Finanzberater in Köln Sergij Titarcuk

Private Pflegezusatzversicherung

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Pflege: Allein private Vorsorge schützt vor finanziellen Risiken 

Seit 1967 findet Jahr für Jahr im Mai der internationale „Tag der Pflege“ statt. Er erinnert an Florence Nightingale, die bis heute als die Pionierin der modernen Krankenpflege gilt. Kümmerte sich die Tochter einer wohlhabenden britischen Familie während des Krim-Kriegs insbesondere um erkrankte und schwer verletzte Soldaten, „so ist Pflegebedürftigkeit heutezutage vor allem im Alter eine gesellschaftliche Herausforderung“, sagt Guido Heitz, Direktor Produktmanagement bei der OVB Vermögensberatung AG in Köln. In der Altersgruppe ab 60 Jahren ist jeder Zehnte pflegebedürftig, in der Altersgruppe ab 80 Jahren fast jeder Dritte.

Wegen des medizinischen Fortschritts steigt die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland fast im Jahresrhythmus. „Langlebigkeit ist deshalb eine der größten Herausforderungen für unser Gemeinwesen“, glaubt OVB Experte Guido Heitz. Dies gleich in zweifacher Hinsicht. Denn zum Einen müsse die private Altersversorgung so gestaltet werden, dass die Versorgungslücken der gesetzlichen Rente oft über Jahrzehnte geschlossen werden können. Andererseits wachse mit der Langlebigkeit die Gefahr, „dass man zum Pflegefall wird und sich enormen Kosten gegenüber sieht“, warnt Heitz. Alarmierende Prognose: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland dürfte, so wissenschaftliche Prognosen, von derzeit mehr als 2,4 Millionen Menschen auf 4,5 Millionen im Jahr 2050 steigen.

Pflegekosten sind Existenz bedrohend 

Schon heute ist Pflege sehr kostspielig und wird künftig noch teurer werden. Abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit und dem regionalen Standort kostet die Pflege im Heim, inklusive Unterbringung und Verpflegung, monatlich bis rund 3.300 Euro. Die Gesetzliche Pflegeversicherung deckt von den Gesamtkosten einen nur vergleichsweise geringen Teil ab. Bei Heimunterbringung in Pflegestufe I sind das 1.023 Euro im Monat, in Pflegestufe II 1.279 Euro und in Pflegestufe III nur 1.550 Euro. „Den beträchtlichen Rest der Pflegekosten muss der Patient selbst aufbringen“, erklärt Guido Heitz.

Falls aber die Einnahmen des Pflegepatienten, beispielsweise Rentenzahlungen, nicht reichen, müssen vorhandene Vermögenswerte mit der Zeit aufgezehrt werden. Auch sind Kinder zum Unterhalt verpflichtet und haften deshalb für Ihre Eltern! „Auch für die Kinder können Wohlstand und Lebensqualität auf dem Spiel stehen. Erst recht, falls beide Elternteile zu Pflegefällen werden“, malt OVB Experte Guido Heitz ein düsteres Bild. Deshalb ist private Pflegevorsorge sinnvoll und existenziell nötig. Denn nur die Kombination aus gesetzlicher und privater Pflegeversicherung garantiert beides: die optimale Versorgung des Patienten sowie die Vermeidung existenzieller Risiken insbesondere bei den Angehörigen, weil die Finanzierung der Pflege auf Dauer gesichert ist.

Kasten 

Gesetzliche Pflegeversicherung reicht bei weitem nicht 

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist letztlich nicht viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, wie die nachfolgende Tabelle zeigt.

Kosten Heimpflege* Leistungen Eigenanteil 

gesetzl. Pflegeversicherung 

Pflegestufe I 2.300 € 1.023 € 1.277 €

Pflegestufe II 2.600 € 1.279 € 1.321 €

Pflegestufe III 3.300 € 1.550 € 1.750 €

* Durchschnittswert pro Monat; Quelle: eigene Recherchen; Stand: Mai 2013

„Pflege-Bahr“ – staatliche Förderung nutzen 

Neuerdings fördert der Staat auch die private Pflegevorsorge. „Pflege-Bahr“ lautet die dafür griffige Bezeichnung, die auf den aktuellen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zurückgeht. Die Förderung beträgt fünf Euro im Monat, demnach 60 Euro jährlich. Dadurch lässt sich der eigene finanzielle Aufwand bei der privaten Pflegevorsorge spürbar verringern. Wichtig: Die private Pflegevorsorge sollte auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt sein. Unabhängig davon gilt: „Wichtig ist, überhaupt etwas zu tun – je früher desto besser. Die staatliche Pflegeförderung bildet hierbei einen ersten Grundstein“, rät Guido Heitz eindringlich.

Unterschiedliche Strategien, ein einziges Ziel 

Der staatlich geförderte „Pflege-Bahr“ allein reicht nicht aus. Deshalb sollte er mit einer weiteren Pflegevorsorge kombiniert werden. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Ausschlaggebend ist, dass die Strategie zu den individuellen Bedürfnissen passt. Drei sinnvolle Konzepte im Überblick:

Altersvorsorge mit Pflegeoption. Allgemein bekannt ist längst, dass die gesetzliche Rente später letztlich nur das Existenzminimum abdeckt, aber für einen sorgenfreien Lebensabend nicht ausreicht. Sinnvoll ist deshalb, die private Altersvorsorge mit einer Pflegeoption zu kombinieren. „Mit dieser Strategie lässt sich die vereinbarte Rente im Falle einer Pflegebedürftigkeit spürbar aufbessern. Zugleich schützt man sein Vermögen und das der Kinder vor den finanziellen Risiken einer Pflegebedürftigkeit“, erklärt Guido Heitz von der OVB Vermögensberatung AG. Wichtig: Ob die Pflegeoption später überhaupt genutzt wird, entscheidet der Versicherte selbst.

Pflegerente. Diese bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und weit reichende Flexibilität. So können Versicherte die Höhe ihrer monatlichen Pflegerente und auch die Leistungskomponenten frei und individuell gestalten.

Private Pflegezusatzversicherung. Sie ergänzt und erweitert die Leistungen der staatlich geförderten „Pflege-Bahr“-Versicherung. Diese Form der privaten Pflegevorsorge bietet eine Reihe unterschiedlicher Vorteile wie den Verzicht auf Wartezeiten und zahlreiche Assistance-Leistungen.

So erfreulich die vor allem mit dem medizinischen Fortschritt verbundene steigende Lebenserwartung auch ist, Langlebigkeit hat bisweilen auch ihren (hohen) Preis. „Zum Pflegefall kann jeder werden. Deshalb sollte auch jeder zumindest in finanzieller Hinsicht ausreichende Vorsorge für diesen Ernstfall treffen“, rät OVB Experte Guido Heitz.

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