Finanzberater in Köln Sergij Titarcuk

Privat genutzte Firmenwagen

Privat genutzte Firmenwagen

Wie Sie mit der 3-Schritt-Regel privat genutzte Firmenwagen ganz leicht abrechnen
Nutzen Mitarbeiter Ihres Unternehmens ihren Firmenwagen auch privat, berechnen Sie den daraus resultierenden Vorteil entweder pauschal mit 1 % des Bruttolistenpreises (des Fahrzeugs) im Monat oder anhand eines Fahrtenbuchs, das der Mitarbeiter führt. Die 1-%-Methode beschäftigt die Gerichte aktuell wieder: Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber empfinden den Ansatz des Bruttolistenpreises als ungerecht. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat aber jetzt in einem aktuellen Urteil klargestellt:

Die 1-%-Methode ist verfassungsgemäß und muss – wenn kein Fahrtenbuch geführt wird – angewendet werden (BFH, Urteil vom 13.12.2012, AZ: VI R 51/11, veröffentlicht am 6.3.2013).

Wichtig:
Die 1-%-Methode ist gesetzlich vorrangig. Sie wird immer angewandt, wenn Sie mit dem Mitarbeiter nichts vereinbart haben oder die Fahrtenbuchmethode nicht oder nicht richtig umgesetzt wurde.

Tipp: Darf ein Mitarbeiter seinen Firmenwagen auch zu Privatfahrten nutzen, ermitteln Sie den geldwerten Vorteil nach der 1-%-Regelung in 3 Schritten:

1. Schritt: Abrunden des Bruttolistenpreises
Runden Sie den Bruttolistenpreis des Pkw bei Erstzulassung (gleichgültig, ob es sich um ein gekauftes oder ein geleastes Fahrzeug handelt) auf volle 100 € ab. Wichtig: Maßgebend ist der inländische Bruttolistenpreis, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung für das Fahrzeug festgelegt wurde. Der tatsächliche Verkaufspreis bzw. der Gebrauchtwagenpreis spielt keine
Rolle.

2. Schritt: Pauschale berechnen
Errechnen Sie 1 % dieses Preises.

3. Schritt: Monatlicher geldwerter Vorteil
Das Ergebnis ist der geldwerte Vorteil für einen Monat, von dem Sie zusammen mit dem übrigen laufenden Arbeitsentgelt Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Beispiel:
Der Bruttolistenpreis eines Firmenwagens beträgt 30.000 €. Damit beläuft sich der geldwerte Vorteil für den Mitarbeiter pauschal monatlich auf 300 € und jährlich auf 3.600 € (300 € x 12).

Wichtig: Vergessen Sie die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nicht

Nutzt der Mitarbeiter den Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, müssen Sie den geldwerten Vorteil hieraus zusätzlich mit 0,03 % des Bruttolistenpreises für jeden Entfernungskilometer monatlich ansetzen.

Beispiel:
Der Bruttolistenpreis für einen Firmenwagen beträgt 30.000 €. Für die Privatnutzung setzen Sie deshalb monatlich 300 € lohnsteuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt an. Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beträgt 10 km. Der geldwerte Vorteil für die entsprechenden Fahrten beträgt 0,03 % aus 30.000 €, also 9 € pro Entfernungskilometer. Diese multiplizieren Sie mit 10 und erhalten damit (9 € x 10 km =) 90 € als monatlichen geldwerten Vorteil. Insgesamt gehen Sie also von einem geldwerten Vorteil im Rahmen der Privatnutzung von 390 € aus.

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